Alumni Talk #3
KI-Realitätscheck in Köln: Was wir vom Alumni Talk mitgenommen haben
Hype oder Substanz? Beim 3. Alumni Talk der Rheinischen Hochschule Köln ging es um KI im echten Arbeitsalltag. Wir hatten zwei Thesen im Gepäck – und sind mit fünf Fragen nach Hause gefahren.

Jede zweite Konferenz verspricht gerade, dass KI alles verändert. Das stimmt sogar. Nur sagt es wenig darüber, wie Arbeit mit KI an einem ganz normalen Dienstag aussieht. Genau diesen Realitätscheck hat die Rheinische Hochschule Köln am 14. Oktober beim 3. Alumni Talk gemacht – und Johannes saß für uns auf dem Podium.
Drei Leute, drei völlig verschiedene Arbeitsweisen
Das Format ist simpel, und genau deshalb funktioniert es: Drei Speaker zeigen, wie sie KI in ihrer Arbeit tatsächlich einsetzen. Keine Keynote-Floskeln, sondern konkrete Beispiele und persönliche Erfahrungen aus dem eigenen Alltag. Franziska Fritz und Stefanie Kiell kamen aus ganz anderen Arbeitswelten als wir – und gerade diese Unterschiede haben den Abend ausgemacht. Was in der einen Branche längst Routine ist, steht in der anderen noch zur Debatte. Beides mit guten Gründen.
Für uns ist die Hochschule kein fremdes Pflaster: Johannes hat dort selbst gelehrt, heute unterrichtet er angewandte generative KI im Master an der FH Münster. Diese Mischung aus Lehre und Produktentwicklung war auch die Perspektive, aus der er seine beiden Thesen mitgebracht hat.
These 1: KI muss entlasten, nicht belasten
KI verändert unsere Arbeitswelt schneller, als die meisten Organisationen ihre Prozesse anpassen können. Die Frage ist deshalb nicht mehr, ob wir KI einsetzen – sondern wofür. Unsere Antwort: Sie muss Routine abnehmen und Freiräume schaffen. Punkt.
Was wir stattdessen oft sehen: Ein Team bekommt ein neues Werkzeug, die Erwartungen steigen mit, und am Ende soll einfach mehr in derselben Zeit passieren. Das ist keine Entlastung. Das ist ein neues Werkzeug für alten Druck. Wer Mitarbeitende bei der Einführung nicht mitdenkt, baut genau das – und wundert sich hinterher über die Skepsis im Team.
These 2: Europa braucht digitale Eigenständigkeit
Die zweite These klingt erst mal nach Politik, ist aber Betriebswirtschaft: Digitale Souveränität ist keine Ideologie, sondern Wirtschaftspolitik. Solange zentrale Infrastruktur, Modelle und Plattformen außerhalb Europas liegen, geben wir Preisgestaltung, Verfügbarkeit und Regeln unserer eigenen Wertschöpfung aus der Hand. Ein Anbieter ändert seine Konditionen – und ganze Prozessketten hängen davon ab.
Wer handlungsfähig bleiben will, muss an drei Stellen europäisch denken: Rechenzentren, Standards, Beschaffung. Das ist kein Nice-to-have, sondern Schutz der eigenen Binnenwirtschaft. Und ja, wir reden nicht nur darüber: Unsere Infrastruktur läuft selbst gehostet bei einem deutschen Hoster, und mit conduco AI bauen wir einen KI-Client, der in der EU läuft.
Fünf Fragen, die wir mitgenommen haben
Der spannendste Teil war die Diskussion danach. Nicht, weil jemand die große Antwort hatte, sondern weil die Fragen so konkret waren:
Qualitätssicherung: Wie stellen wir sicher, dass KI-Ergebnisse auch stimmen?
Workflow und Teamwork: Wie denken wir Arbeitsprozesse und Zusammenarbeit neu?
Cognitive Load: Wie gehen wir mit mehr Daten in weniger Zeit um?
Ethik und Security: Wo liegt die Verantwortung, und wo bleiben die Daten?
Nachhaltigkeit: Wie setzen wir KI gezielt ein, statt blind dem Hype zu folgen?
Das sind keine Hype-Fragen mehr. Das sind Fragen von Leuten, die KI längst benutzen und jetzt wissen wollen, wie sie das gut machen. Und es sind genau die Fragen, mit denen auch unsere Kunden zu uns kommen.
Danke, Köln
Mit den Alumni Talks hat die Rheinische Hochschule Köln ein Format, das Wissenschaft, Alumni, Studierende und Praxis tatsächlich an einen Tisch bringt – ohne Bühnenpathos. Danke an Karen Nennen, Niklas Mahrdt, Dr. Guido Kiel, Marie-Susann Kühr und das ganze Team für die Einladung, und an Franziska Fritz und Stefanie Kiell für die anderen Blickwinkel. Wir kommen gern wieder.
Du willst KI in deinem Unternehmen einführen, die wirklich entlastet – und das auf europäischer Infrastruktur? Schreib uns. Wir schauen gemeinsam, wo KI bei dir Routine abnimmt und wo sie besser draußen bleibt.


